Bild von Septimiu Balica auf Pixabay

Sie verlor ihre Zeit im Gold. Kleine bemalte Hände betteten ihr Kinnlein für das Schauspiel. Die Manege des Honigs. Ein geheimer Zauber im Glas, der sich für Kinderseelen mit wachen Sinnen für fantastische Abenteuer darbot. Zeitlupengleich durchdrang die Morgensonne die rohweißen Store des Küchenfensters zur Ostseite, während die Geräusche der anderen in der Stille des Augenblicks versiegten. Ein Kiloglas Honig thronte auf dem Küchentisch, etwa mit einem Drittel kostbarsten Nektar befüllt. Neugierig suchende Finger wanderten zum Glas. Das Mädchen drehte dies behutsam um und konnte seinen Blick nicht vom zu Kopfe stehenden Boden des Gefäßes wenden, bis es endlich so weit war und sich ein Tropfen Süße, zaghaft und schwer, gelöst und sich von einer Kugel in einen zarten Honigfall nach unten verwandelt hatte. Berg und Tal, getaucht in den prächtigsten Facetten des Goldes, bis der letzte Honigfunken im Ozean der Bienen verschwand. Das verträumte Kind drehte das Glas ein weiteres Mal um, damit ein neues Märchen seinen Ursprung nehmen konnte und war diese Erzählung zu Ende, begann es einfach wieder von vorne.

Ich spüre die Worte, die ich schreibe. Berühren möchte ich. Erkennen. Und manchmal auch Eis brechen ... Debütroman "Dünnes Glas", 2019 | "Mein Blau" Life is a Story, 2020 | "Die Traumwächterin" Life is a Story, 2021 | Schwarz Blog | Kurzgeschichten auf story.one

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.